Die Kapitalmarktunion in Europa kommt!

 

Die Umsetzung der Kapitalmarktunion ist das wohl ambitionierteste Projekt der Europäischen Kommission unter der Präsidentschaft von Jean-Claude Juncker und einer der zentralsten Meilensteine in der Geschichte der europäischen Finanzmarktintegration.

Bei dem Mammutprojekt geht es um die gezielte Unterstützung alternativer Finanzierungsformen jenseits der etablierten Bankfinanzierung. Die Integration der europäischen Kapitalmärkte soll dabei grenzüberschreitende Investitionen und die grenzüberschreitende Kredit- und Kapitalaufnahme in Europa fördern. Dadurch sollen insbesondere kapitalintensive Branchen unterstützt werden, die auf ein stabiles Finanzierungsumfeld angewiesen sind.

Die Stärkung kapitalmarktbasierter Finanzierungsstrukturen kann in Krisensituationen in Europa dazu führen, dass nationale Schocks effektiver abgefedert werden und konjunkturelle Schwankungen einzelner Staaten schneller ausgeglichen werden können.

Trotz kritischer Stimmen an Junckers Projekt muss ein einheitlicher europäischer Binnenmarkt für Kapital als ein wichtiger integrationspolitischer Schritt in Europa verstanden werden. Die Krise der vergangenen Jahre hat eines ganz deutlich gemacht: Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Europa!

Ein einheitlicher europäischer Binnenmarkt für Kapital sollte als erster wichtiger Schritt verstanden werden. Weitere Schritte müssen folgen um sicherzustellen, dass das Projekt Europa gestärkt aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre hervorgeht.

Als zuständiger Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion werde ich die Umsetzung des Projekts Kapitalmarktunion kritisch und konstruktiv begleiten. Dabei muss klar sein, dass ein echter Kapitalbinnenmarkt nur funktioniert, wenn er von einer EU-einheitlich abgestimmten Verbraucher- und Anlegerschutz flankiert wird.

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